Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.
Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
“Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol.
So leb denn wohl!
Halt, noch eins!
Denk, was geschah,
geh nicht aus, denk an Papa!”
Also sprach sie und entwich. -
Made junior aber schlich hinterdrein;
und das war schlecht!

Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade Made ohne Gnade.
Schade!
Hinter eines Baumes Rinde ruft die Made nach dem Kinde …
Heinz Erhardt




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Veröffentlicht von Dinkelhexe am 26. Februar 2011 um 12:56
Wie schön!
Veröffentlicht von Bäcker Süpke am 26. Februar 2011 um 13:07
Toll!! Ich liebe Heinz!
Veröffentlicht von Heute Morgen im Wald mit Heinz Erhardt « koch und back oase am 26. Februar 2011 um 21:03
[...] hier geht es lang Posted by Christel Filed in Kochen Leave a Comment » LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. [...]
Veröffentlicht von fitundgluecklich am 2. März 2011 um 09:32
Veröffentlicht von Jutta am 2. März 2011 um 19:22
Oh wie schön, das sind aber tolle Fotos! Und noch’n Gedicht:
Der Tauchenichts
(frei nach Schillers “Taucher”)
“Wer wagt es, Knappersmann oder Ritt,
zu schlunden in diesen Tauch?
Einen güldenen Becher habe ich mit,
den werf’ ich jetzt in des Meeres Bauch!
Wer ihn mir bringt, ihr Mannen und Knaben,
der soll meine Tochter zum Weibe haben!”
Der Becher flog.
Der Strudel zog
ihn hinab ins greuliche Tief.
Die Männer schauten,
weil sie sich grauten,
weg. – Und abermals der König rief:
“Wer wagt es, Knippersmann oder Ratt,
zu schlauchen in diesen Tund?
Wers wagt – das erklär ich an Eides statt -
darf küssen meines Töchterleins Mund!
Darf heiraten sie. Darf mein Land verwalten!
Und auch den Becher darf er behalten!”
Da schlichen die Mannen
und Knappen von dannen.
Bald waren sie alle verschwunden. -
Sie wußten verläßlich:
die Tochter ist gräßlich! -
Der Becher liegt heute noch unten …
von Heinz Erhardt
Veröffentlicht von Christel am 2. März 2011 um 19:32
Ich bin auch immer wieder beeindruckt, was diese kleine PocketKamera kann